Recht?

Ich möchte eine kleine Geschichte erzählen:
da ist eine Frau, ihr Mann liegt gerade schwer krank im Krankenhaus. In dieser Situation, es ist nicht ganz klar, wie es um ihn steht, sein Leben steht auf der Kippe, baut sie, ohne es in ihrem Zustand zu merken, einen kleinen Unfall.
Deswegen wird sie wegen Fahrerflucht angeklagt.
Dann kommt es noch schlimmer: bei ihrem Sohn, keine zwei Jahre alt, wird ein Tumor diagnostiziert, er verliert bei der OP ein Auge und muss nun regelmäßig zur Anpassung des künstlichen Auges nach Bremen.
Der Mann ist inzwischen zur Reha in einer Einrichtung, die ca. 15okm entfernt ist, und wenn er zu hause ist, wird es noch lange dauern, bis er wieder Auto fahren kann.
All dies hat der Anwalt dem Richter erklärt, darum fiel das Urteil dann auch sehr milde aus: 1000 Euro und 6(!) Monate Fahrverbot.
Ach ja, was ich noch vergas: der Schachschaden am gegnerischen Fahrzeug beträgt laut Versicherung 1200,- Euro.
Welchen Teufel hat diesen Richter geritten?? Andere Straftäter, die erhebliche schlimmere Taten begehen, kommen mit weniger davon.
Aber an dieser Stelle ist für Rücksichtnahme und Menschlichkeit anscheinend kein Platz, wie soll sie mit dem Kleinen jetzt regelmäßig nach Bremen fahren. Wie ihr Mann, der inzwischen wieder zu hause ist, regelmäßig ins Krankenhaus zur Krankengymnastik kommen, wenn sie nicht mehr fahren darf?

[Nachtrag: 25.11.2011]
Endlich mal gute Nachrichten. Habe soeben erfahren, dass das Verfahren nach einem Einspruch eingestellt wurde.